Der Oder-Neiße-Radweg verläuft entlang der beiden Grenzflüsse zwischen Deutschland und Polen und bietet auf rund 550 Kilometern ein Naturerlebnis der besonderen Art. Die Strecke führt durch abwechslungsreiche Landschaften – von den hügeligen Wäldern der Oberlausitz mit ihrem farbenprächtigen Herbstkleid bis zu den weiten, stillen Oderauen. Unterwegs entdecken Sie geschichtsträchtige Städte wie Zittau und Görlitz – und viele weitere. Als Deutschlands östlichster Flussradweg verbindet er reizvolle Naturräume, kulturelle Vielfalt und grenzenlose Ruhe.
1. Tag: Anreise Gablonz an der Neiße (ca. 500 Km Busanreise)
Die Anreise erfolgt über Niederbayern. Über Regensburg und Schwandorf passieren wir die deutsch-tschechische Grenze und setzen unseren Weg durch das Nachbarland fort. Über Pilsen und Prag ist es nicht mehr weit bis nach Gablonz an der Neiße. In der für ihre Glasmanufakturen bekannten Stadt mit Jugendstilarchitektur beziehen wir unser Hotel für die Nacht.
2.Tag: Gablonz an der Neiße – Zittau (ca. 65 Rad-Km | ca. 700 Hm)
Gestärkt vom Frühstück starten Sie zur ersten Radtour. Zunächst geht es ein Stück nach Osten, nach Neudorf an der Neiße – in der Landessprache Nová Ves nad Nisou. Hier entspringt die Neiße im Isergebirge. Der Nebenfluss der Oder wird unser stetiger Begleiter in den kommenden Tagen. Auf der heutigen Tour radeln Sie fast ausschließlich durch das schöne Tschechien. Der Weg schlängelt sich durch Wälder sowie kleinere und größere Ortschaften. Das umliegende Gebirge zeigt sich mit einigen steileren Anstiegen, die jedoch durch traumhafte Ausblicke belohnt werden. Sie passieren unter anderem Liberec (Reichenberg), die größte Stadt Nordböhmens, Machnín (Machendorf) und Hrádek nad Nisou (Grottau an der Neiße). In Hartau verlassen Sie Tschechien – von hier ist es nur noch ein Katzensprung bis Zittau, dem heutigen Etappenziel.
3.Tag: Zittau – Görlitz (ca. 40 Rad-Km | ca. 150 Hm)
Da die heutige Etappe kürzer ausfällt, lohnt sich eine individuelle Besichtigung von Zittau. Die Stadt im Dreiländereck Deutschland–Tschechien–Polen bietet mit ihren historischen Bauten rund um das Salzhaus und das Johanneum zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Anschließend führt Sie der Radweg weiter in nördliche Richtung – stets entlang der Neiße und der polnischen Grenze. Immer wieder begegnen Ihnen die typischen Oberlausitzer Umgebindehäuser – eine charmante Mischung aus Blockbau-, Fachwerk- und Massivbauweise. Abseits großer Straßen radeln Sie durch wildromantische Landschaften, vorbei an der barocken Klosteranlage St. Marienthal, an Ostritz und Leuba, bis Sie den ehemaligen Braunkohletagebau Berzdorf erreichen, der heute den idyllischen Berzdorfer See bildet. Als einer der größten Seen Sachsens bietet er eine perfekte Gelegenheit für eine individuelle Pause. Nach etwa zehn Kilometern erreichen Sie Görlitz.
4.Tag: Görlitz – Bad Muskau (ca. 70 Rad-Km | ca. 250 Hm)
Die Geschichte von Görlitz reicht bis ins 11. Jahrhundert zurück – das mittelalterliche Flair ist in der ganzen Stadt spürbar. Über 4.000 denkmalgeschützte Gebäude prägen das Stadtbild, vom gotischen bis zum jugendstiltypischen Stil. Besonders sehenswert sind die Bürgerhäuser, die Peterskirche und die Altstadtbrücke. Wir verlassen Görlitz, und der Radweg führt uns über gut asphaltierte Wege weiter nach Norden. Über den Ortsteil Ludwigsdorf gelangen Sie nach Zodel, das die östlichste Kirche Deutschlands beherbergt, und weiter über Deschka und Rothenburg/Oberlausitz. Der Weg führt durch Kiefernwälder – mitten durchs „Wolfsland“. In Bad Muskau angekommen, empfiehlt sich ein Besuch des UNESCO-Welterbes Muskauer Park, durch den die Neiße fließt. Über die dortige Schlossbrücke können Sie bequem nach Polen hinübergelangen.
5.Tag: Bad Muskau – Guben (ca. 65 Rad-Km | ca. 100 Hm)
Auf die Räder, fertig, los! Wir verlassen Sachsen und erreichen nach etwa sechs Kilometern Brandenburg. Entlang der Neiße begleiten Sie Flussauen, Wälder und stille Dörfer. Das Lausitzer Seenland begeistert mit seiner malerischen Wasserlandschaft und den idyllischen Deichpfaden. Über Köbeln, bekannt für seine Textiltradition, erreichen Sie Forst. Hier lohnt sich ein Halt im Ostdeutschen Rosengarten – ein Paradies für Blumenfreunde. Weiter geht es über Grießen mit seiner Wehrkirche aus dem 15. Jahrhundert und Klein Gastrose nach Guben. Die Stadt ist für ihre lange Tradition in der Tuch- und Hutherstellung bekannt und trägt daher den Beinamen „Stadt der Hüte“. Gemeinsam mit der polnischen Schwesterstadt Gubin bildet sie eine Zwillingsstadt, da beide Orte ein nahezu identisches Stadtbild aufweisen.
6.Tag: Guben – Frankfurt (Oder) (ca. 65 Rad-Km | ca. 150 Hm)
Heute steht die letzte Radtour an – und sie verspricht noch einmal puren Naturgenuss. In Ratzdorf, etwa 15 Kilometer nach Guben, mündet die Neiße in die Oder. Von hier verläuft der Radweg meist auf dem Deich; von oben bieten sich herrliche Ausblicke auf die weiten, oft bewaldeten Überschwemmungsflächen am Flussufer. Der folgende Abschnitt ist geprägt von ruhigen Dörfern auf dem Weg nach Eisenhüttenstadt. Die Planstadt wurde einst als „erste sozialistische Stadt der DDR“ errichtet; bis heute lassen sich dort interessante architektonische und kulturelle Zeugnisse entdecken. Weiter geht es durch das Gebiet der Mittleren Oder, bis Sie schließlich Frankfurt (Oder) – das Ziel Ihrer Radreise – erreichen. Vor dem Abendessen haben Sie noch Gelegenheit, die historische Stadt aus dem 13. Jahrhundert zu erkunden. Die imposante Marienkirche mit ihren mittelalterlichen Bleiglasfenstern und das Rathaus im Stil der norddeutschen Backsteingotik sollten Sie sich bei einem individuellen Spaziergang durch die Universitätsstadt nicht entgehen lassen.
7.Tag: Heimreise (ca. 650 Km Busrückreise)
Ein letztes Mal genießen wir unser Frühstück, bevor wir uns von Brandenburg verabschieden und die Heimreise antreten. Über Potsdam, Leipzig und Nürnberg bringt uns der Bus mit vielen schönen Erinnerungen an eine eindrucksvolle Radreise zurück nach Hause.
Streckencharakteristik
Der Oder-Neiße-Radweg von Neudorf bis Frankfurt (Oder) verläuft, bis auf die erste Rad-Tagesetappe, überwiegend flach und angenehm zu fahren. Er führt durch idyllische Flussauen, stille Wälder und sanft hügelige Abschnitte der Oberlausitz.
Übernachtungsorte der Etappenradtour
7-Tages-Etappentour mit 6 Übernachtungsorten:
1. Nacht: Gablonz an der Neiße
2. Nacht: Zittau
3. Nacht: Görlitz
4. Nacht: Bad Muskau
5. Nacht: Guben
6. Nacht: Frankfurt (Oder)





