Vom Loiretal in die Vulkanwelt der Auvergne
Auf der Via Allier von Nevers bis Langogne
Die Via Allier ist ein noch junger Radfernweg mit einer großen Idee: Sie folgt dem Allier von seiner Mündung in die Loire bei Nevers bis fast zu seinen Quellen im Süden. Abschnitt für Abschnitt entstand daraus eine durchgehend ausgeschilderte Route durch das Herz der Auvergne. Wir folgen dem Allier gegen die Strömung durch das Bourbonnais, die Vulkanlandschaften der Auvergne und schließlich hinein in die Schluchten des Haut-Allier. Herzogsstädte, Kurorte, romanische Kirchen und kleine Dörfer erzählen unterwegs von einem Frankreich abseits der großen Reiserouten.
Reiseverlauf
Anreise nach Nevers. Die alte Herzogsstadt an der Loire bildet den Ausgangspunkt unserer Reise. Nur wenige Kilometer südlich mündet der Allier in die Loire. Nach dem Zimmerbezug und dem gemeinsamen Abendessen freuen wir uns auf sechs Radltage, die uns von nun an flussaufwärts bis nach Langogne führen.
Zum Auftakt folgen wir dem Loire-Seitenkanal. Am Pont-canal du Guétin trägt ein Aquädukt mit 18 Steinbögen den Kanal über den Allier, wenig später erreichen wir am Bec d’Allier den Zusammenfluss von Loire und Allier. Von hier an begleitet uns der Fluss nach Süden. Vorbei an Apremont-sur-Allier wechseln Kanalwege, kleine Straßen und das grüne Bocage des Bourbonnais. Le Veurdre erinnert an die Zeit, als der Allier noch eine wichtige Handelsroute war. Bereits im 13. Jahrhundert wurden hier Holz, Kohle und andere Waren auf Schiffe verladen und über die Loire weiter Richtung Paris und Atlantik transportiert. Unser Tagesziel Moulins war einst Hauptstadt der Herzöge von Bourbon. Kathedrale, historische Fassaden und stille Gassen bewahren bis heute viel von dieser Vergangenheit.
Wir verlassen Moulins und radeln durch die weiten Auen des Val d’Allier. Südlich der Stadt hat sich der Fluss seinen freien, ständig wandelnden Charakter bewahrt. Über das Weinland von Saint-Pourçain führt die Route zur mittelalterlichen Festung von Billy. Danach rollen wir auf einer langen Voie Verte direkt am Allier bis nach Vichy. Die traditionsreiche Kurstadt gehört zum UNESCO Welterbe der bedeutenden europäischen Kurstädte. Belle-Époque-Fassaden, großzügige Parks und das Thermalviertel geben Vichy seinen unverwechselbaren Charakter.
Am Morgen folgen wir weiter dem Allier und verlassen Vichy auf dem grünen Uferweg Richtung Saint-Yorre. Hinter der fruchtbaren Ebene der Limagne tauchen am Horizont die Vulkanberge der Auvergne auf. Über Puy-Guillaume erreichen wir Pont-du-Château, einst wichtiger Flusshafen der Region. Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert wurden von hier Holz, Kohle, Wein und der dunkle Volvic-Stein Richtung Paris verschifft. Heute führt eine sogenannte Voie Verte, ein weitgehend autofreier Radweg, weiter durch das Val d’Allier. Mit den ersten vulkanisch geprägten Höhenzügen erreichen wir Vic-le-Comte.
Die Landschaft wird nun bewegter. Vulkanische Kuppen, kleine Täler und Dörfer auf felsigen Höhen begleiten uns Richtung Issoire. Südlich davon wird die Umgebung zunehmend ländlicher, während sich die Ausläufer der Auvergne immer deutlicher bemerkbar machen. Rund um Brassac-les-Mines erinnert der Ortsname noch an die frühere Bergbautradition der Region. Hinter dem ehemaligen Kohlerevier erreichen wir die Haute-Loire und schließlich Brioude. Hier erwartet uns mit der Basilika Saint-Julien die größte romanische Kirche der Auvergne, umgeben von einem historischen Zentrum mit Fachwerkhäusern, kleinen Gassen und typisch französischem Flair.
Heute beginnt der landschaftlich vielleicht stärkste Teil der Via Allier. Hinter Brioude verengt sich das Tal und die Straße folgt dem Fluss durch die Ribeyre. Über Vieille-Brioude erreichen wir Lavoûte-Chilhac, das in einer außergewöhnlichen Flussschleife liegt. Bei Chilhac erinnern Basaltformationen an den vulkanischen Ursprung der Region. Über Langeac und Prades werden die Schluchten enger und die Anstiege länger. Hoch über dem Allier arbeiten wir uns schließlich nach Saint-Privat-d’Allier hinauf. Das Dorf ist zugleich eine bekannte Station der Via Podiensis, des alten Jakobswegs von Le Puy Richtung Pyrenäen.
Unsere letzte Radetappe führt mitten hinein in die Gorges de l’Allier. Die Route verläuft hoch über dem Fluss, fällt immer wieder ins Tal ab und gewinnt anschließend erneut an Höhe. Kleine Dörfer und romanische Kirchen liegen verstreut zwischen den bewaldeten Hängen. Über Alleyras und das Hochland des Devès erreichen wir Pradelles. Danach geht es auf schmalen Landstraßen weiter nach Langogne. Hier endet unsere letzte Radetappe nahe den Quellgebieten des Allier. Seit unserem 3. Radtag bei Moulins hat der Allier seinen Charakter deutlich verändert: Aus dem breiten Fluss der Ebene ist hier ein schmalerer, ursprünglicher Wasserlauf inmitten der Berglandschaft der Lozère geworden. Nach dem Verladen der Räder fahren wir weiter nach Lyon. Dort beziehen wir unser Hotel und lassen die Reise beim gemeinsamen Abendessen ausklingen.
Nach dem Frühstück verlassen wir Lyon und treten die Heimreise an. Hinter uns liegen sechs Radetappen durch eine Region, die mit Flusslandschaften, Vulkanbergen und kleinen Städten einen besonders ursprünglichen Blick auf Frankreich ermöglicht.
Termine & Preise
Für diese Auswahl gibt es keine Termine.
Leistungen für Sie Inklusive
- Fahrt im modernen Reisebus
- Transport der eigenen Räder
- Gepäcktransport und Begleitung durch den Reisebus, soweit möglich
- 7 x Ü/HP in guten Mittelklassehotels laut Programm/Umgebung
- Radtourenbegleitung
- Kurtaxe
Optionale Leistungen
- Single-Platz € 200,00
Extra zu bezahlen
Sonstige Kosten, die nicht in den Leistungen enthalten sind.
Wichtiger Hinweis
Änderungen im Reiseverlauf vorbehalten.
Bitte beachten Sie: In Frankreich besteht Warnwestenpflicht
für Radfahrer. Diese sind immer mitzu-
führen und bei Dunkelheit oder schlechter
Witterung zu tragen.
Streckencharakteristik
Mittelschwere bis sportliche Etappen auf ruhigen Nebenstraßen und gut ausgebauten Radwegen. Im Norden begleiten uns die Flussauen des Allier, weiter südlich wird es hügeliger. In den Gorges de l’Allier warten längere Anstiege und aussichtsreiche Abfahrten. Gute Grundkondition ist erforderlich, mit E-Bike aber gut machbar.